Nepenthes, die tropische Kannenpflanze

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In Südostasien, den Phillipinen sowie auf den Sundai-Inseln (insbesondere Borneo) wachsen die etwa 80 Arten der tropischen Kannenpflanze. Dieses kletternde Gewächs gehört mit seinen artspezifisch geformten und oft wunderschön gefärbten Fangapparaten zu den wohl prachtvollsten Karnivoren. Aus dem Sproß wachsen längliche Blätter, die am Ende in einen Stiel übergehen. Auf diesem Stiel sitzt die eigentliche Kanne, die bei vielen Arten mit einem großen Deckel versehen ist. Der Deckel ist unbeweglich und dient hauptsächlich als Regenschutz. Im Inneren der Kanne befindet sich eine größere Menge an Verdauungsflüssigkeit, in der die von Nektar angelockte Beute ertrinkt und aufgelöst wird.

Die mit 60 cm Höhe größten Kannen überhaupt hat eine Art auf Borneo. In diesen Krügen wurden schon tote Ratten und kleine Zwergäffchen gefunden.

Kanne Nahaufnahme Gesamtansicht Kanne neue Kanne Blatt mit Kanne
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Alle Bilder zeigen eine Nepenthes alata Hybride
Bild 1: Blick auf den oberen Teil einer Kanne
Bild 2: Gesamtansicht der Pflanze
Bild 3: Eine komplette Kanne
Bild 4: Hier ist eine noch nicht fertig ausgewachsene Kanne zu sehen
Bild 5: Ein Querträger des Klettergerüsts trägt ein Blatt mit Kanne (siehe Kulturhinweise)

Ein Klick auf das jeweilige Bild zeigt dessen hochauflösende Version.


Kultur der tropischen Kannenpflanze

Es wird unterschieden zwischen den sehr anspruchsvollen Hochlandarten, sowie den auch nicht ganz einfach zu pflegenden Tieflandarten. Bislang habe ich mich mangels eines besseren Kulturraumes nur an einer recht robusten Hybride von Nepenthes alata, einer Tieflandart versucht, die in einem ganzjährig warmen Zimmer steht. Als Tropfenpflanze möchte es Nepenthes warm und vor allem sehr luftfeucht. Deshalb wird die Pflanze mehrmals am Tag mit weichem Wasser eingesprüht, und direkt daneben steht eine mit Wasser gefüllte Schale, die für zusätzliche Verdunstung sorgt. Nur bei hoher Luftfeuchtigkeit bildet die Pflanze Kannen aus.

Direkte Sonneneinstrahlung ist zu vermeiden, Nepenthes sollte dennoch nicht zu dunkel stehen. Auf eine Düngung habe ich bislang verzichtet, da die Pflanze erst seit Mai 1998 bei mir steht und im Frühjahr 1999 durch Umpflanzen mit neuen Nährstoffen versorgt wurde. Als Substrat verwendete ich eine Mischung aus ungedüngtem(!) Torf, Kokosfasern, Borke und kleinen Blähtonkügelchen (es frage mich aber bitte niemand nach dem Mischungsverhältnis!). Die Pflanze hat es mir mit mehreren Ablegern gedankt und bildet im Sommer auch sehr schöne Kannen aus. Das Substrat wird permanent feucht, jedoch nicht zu naß gehalten.

Es sein noch erwähnt, daß Nepenthes bereitwilliger Kannen ausbildet, wenn die Blätter einen festen Halt im Klettergerüst finden (wie in Bild 5 gezeigt).


Interessante Links

The Nepenthes Nursery von Andreas Wistuba.

Weitere kannenbildende Pflanzen:

 

Pflanzen mit anderen Fallentypen:

Cephalotus, der Zwergkrug   Dionaea, die Venusfliegenfalle
Darlingtonia, die Kobralilie   Drosera, der Sonnentau
Heliamphora, der Sumpfkrug   Drosophyllum, das Taublatt
Sarracenia, die Schlauchpflanze   Pinguicula, das Fettkraut
  Roridula, die halbkarnivore Taupflanze

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