Drosera, der Sonnentau

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Etwa 160 verschiedene Arten Sonnentau wachsen auf diesem Planeten, die Hälfte davon in Australien. In Deutschland findet man den Rundblättrigen Sonnentau (D. rotundifolia) sowie den Mittleren Sonnentau (D. intermedia). Beide sind in Mitteleuropa fast ausgerottet und stehen unter Naturschutz.

Sonnentaue wachsen in tropischen, subtropischen und gemäßigten Regionen. Viele sind Moorpflanzen, aber gerade in den heißeren Gebieten Australiens haben einige Arten gelernt, mit Hilfe von Brutknospen die trockenen Sommer zu überstehen.

Dem Sonnentau gehen die Beutetiere buchstäblich auf den Leim: Die Blätter sind mit einer Vielzahl von Häärchen besetzt, auf deren Enden jeweils ein glitzerndes Tröpfchen sitzt. Was auf den ersten Blick wie Tau oder Nektar aussehen mag, entpuppt sich als effizienter organischer Kleber. Kleinere Insekten bleiben unweigerlich an diesem Leim hängen und verstricken sich beim Fluchtversuch immer mehr mit den klebrigen "Tentakeln". Die Pflanze reagiert auf die Bewegungen ihrer Beute durch Biegen der benachbarten Häärchen zum gefangenen Tier hin. Bei großen Beutetieren wickelt sich das gesamte Blatt um das Opfer. Abgesonderte Verdauungsenzyme lösen das Insekt schließlich auf.

junge D.capensis D.slackii Nahaufnahme
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Bild 1: Eine Schar von Jungpflanzen der Art Drosera capensis und D. capensis "alba"
Bild 2: Drosera slackii mit Beute, Nahaufnahme

Ein Klick auf das jeweilige Bild zeigt dessen hochauflösende Version.


Kultur des Sonnentaus

Die Vielzahl der Sonnentauarten aus unterschiedlichen klimatischen Regionen verbietet eine einheitliche Kulturanleitung. Am einfachsten sind die Arten aus Gebieten mit mediterranem Klima wie z.B. Südafrika zu pflegen. Hier sind insbesondere die recht robusten Arten Drosera capensis, D. aliciae oder auch D. slackii zu nennen. Insbesondere D. capensis wächst und vermehrt sich sehr schnell. Bei der Pflege dieser Arten wird wie mit der Venusfliegenfalle verfahren, wobei die Sonnentaue etwas wärmer stehen wollen und auch keine Winterruhe benötigen.

Weitere Pflanzen mit Klebefallen:

 

Pflanzen mit anderen Fallentypen:

Drosophyllum, das Taublatt   Cephalotus, der Zwergkrug
Pinguicula, das Fettkraut   Darlingtonia, die Kobralilie
Roridula, die halbkarnivore Taupflanze   Dionaea, die Venusfliegenfalle
  Heliamphora, der Sumpfkrug
  Nepenthes, die tropische Kannenpflanze
  Sarracenia, die Schlauchpflanze

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